18.9.2020: Gutachter rät zu Prüfung der Radwege in Germersheim

Problematische Radverkehrsführung in Germersheim.

Für die geplante Umgestaltung der Straße „An der Hochschule“ hat der ADFC Germersheim eine gutachterliche Stellungnahme anfertigen lassen.

Darin begrüßt Peter Gwiasda vom Planungsbüro VIA eG Köln grundsätzlich die geplante Umgestaltung sowie den Minikreisel mit der Zeppelinstraße und Orffstraße und erwartet durch den Umbau mehr Verkehrssicherheit.

Deutliche Probleme sieht er aber bei den bestehenden Radwegen mit Gegenverkehr in der Innenstadt von Germersheim. Nach Ansicht des Gutachters sind Zweirichtungsradwege innerorts gleich mehrfach falsch und gefährlich: unzulässig nach den Verwaltungsvorschriften zur StVO, unsicher nach Erkenntnissen der Unfallforschung und ungeeignet nach den geltenden Regelwerken zu Stadtstraßen und Radverkehr. Er schlägt vor, das gesamte Radverkehrskonzept in der Kernstadt zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern. Konkret empfiehlt er aus Gründen der Verkehrssicherheit Radverkehr auf der Fahrbahn durch den geplanten Minikreisverkehr zu führen, die Überleitungen in den einmündenden Straßen anzupassen und Fußgängerfurten mit Zebrastreifen auszuführen. Generell empfiehlt der Gutachter für die Innenstadt eine Prüfung aller Zweirichtungsradwege und aller Verkehrszeichen, die Radverkehr als Gegenverkehr führen. Weitere Empfehlungen sind der Umbau in Wegführungen ohne Gegenverkehr, bessere und barrierefreie Gehwege und eine Ausweitung von Tempo 30 in der Innenstadt.

Link zur gutachterlichen Stellungnahme:
http://germersheim.adfc-rheinland-pfalz.de/wp-content/uploads/2020/09/2020_Germersheim-An_der_Hochschule.pdf

Zur Person des Gutachters:
Peter Gwiasda ist Mitgründer des Planungsbüros VIA eG Köln und leitet in der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) den Arbeitskreis „Radverkehr“, der die Erstellung und Fortschreibung der „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ (ERA) verantwortet. Die ERA bilden deutschlandweit, als anerkannter Stand der Technik, die Grundlage für Planung und Entwurf von Radverkehrsanlagen. Die Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) verweist zu § 2 StVO für die Gestaltung von Radverkehrsanlagen auf die aktuelle ERA, derzeit die ERA 2010.

9.9.2020: Monatstreffen in Germersheim

Wir treffen uns am Mittwoch, 9.9.2020 ab 19 Uhr im

Stadtgarten-Restaurant
Tournuser Platz 3
76726 Germersheim

Alle Mitglieder und Interessierte sind herzlich willkommen!

ab 10.09.2020: 3 Wochen Stadtradeln in Bellheim, Germersheim und Rülzheim

10.09.2020: Stadtradeln in Bellheim, Germersheim und Rülzheim

Am Donnerstag, den 10.09.2020 beginnt in der VG Bellheim mit ihren Ortsgemeinden Bellheim, Knittelsheim, Ottersheim und Zeiskam die Aktion Stadtradeln. In den 3 Wochen bis zum Mittwoch, den 30.09.2020 kann man nach Anmeldung unter http://www.stadtradeln.de Kilometer sammeln und damit das Klima schützen. Möglichst viele Auto-Kilometer sollen durch Fahrradkilometer ersetzt werden. In gleicher Weise beteiligt ist auch die Stadt Germersheim und die VG Rülzheim mit ihren Ortsgemeinden Hördt, Kuhardt, Leimersheim und Rülzheim.
Bellheim wirbt mit farbigen Fahrrädern an den Ortseingängen ihrer Gemeinden optisch für diese Aktion. Jetzt ist die Zeit zum mitmachen …

Zeitversetzt beteiligt ist auch die VG Hagenbach mit ihren Ortsgenmeinden Berg, Hagenbach, Neuburg und Scheibenhardt. Hier läuft die Aktion vom 04.09. bis 24.09.2020.

Mitmachen können alle, die in den genannten Orten wohnen, arbeiten, zur Schule gehen oder einem Verein angehören.

Direkte Links zum Mitmachen:
Bellheim: https://www.stadtradeln.de/vg-bellheim
Germersheim: https://www.stadtradeln.de/index.php?&&id=7591
Hagenbach: https://www.stadtradeln.de/index.php?&&id=8551
Rülzheim: https://www.stadtradeln.de/index.php?&&id=7702

Buntes Rad am Ortseingang Zeiskam

12.8.2020: Monatstreffen in Germersheim

Wir treffen uns am Mittwoch, 12.8.2020 ab 19 Uhr im

Stadtgarten-Restaurant
Tournuser Platz 3
76726 Germersheim

Alle Mitglieder und Interessierte sind herzlich willkommen!

Stammtisch

29.07.2020: Fahrrad-Codierung am 01.08.2020 in Annweiler

In Zusammenarbeit mit dem ADFC Landau/SüW von 14 bis 20 Uhr, Anmeldung erforderlich
http://landau.adfc-rheinland-pfalz.de/wp-content/uploads/2020/07/Pressemeldung_Radcodierung_Stadtradeln_2020.pdf

29.7.2020 Umleitung des Wirtschaftswegs an der B9 bei Bellheim

Die Baustelle für die Ortsumgehung von Bellheim erfordert eine Umleitung für den Weg parallel zur B9. (rot = gesperrt, blau = Umleitung)

28.5.2020: Seitlicher Überholabstand in der StVO festgeschrieben

Knappes und schnelles Überholtwerden ist für über 80% der Radfahrenden eine Situation der Angst (forsa, 2017) und führt zu Handlungen, die weitere Probleme nach sich ziehen:  zu dichtes Vorbeifahren an geparkten Autos, mit der Gefahr eines Unfalls durch unachtsam geöffnete Türen, oder regelwidriges Radfahren auf dem Gehweg. Für manche Strecke fehlt einigen gar ganz der Mut, sie mit dem Fahrrad zu befahren, weil sie sich vom Autoverkehr bedroht fühlen. Der ADFC Kreisverband Germersheim fordert 2020 daher zusammen mit den anderen Gliederungen des ADFC deutschlandweit #MehrPlatzFürsRad.

Der seitliche Überholabstand zu Fuß- und Radverkehr steht seit den 1970er Jahren in der Straßenverkehrsordnung (StVO). Die Begründung damals stützte sich schon auf die Beobachtung von Überholmanövern, die ohne den Gegenverkehr abzuwarten viel zu schnell und gefährdend knapp ausgeführt wurden. Dies führte zu der Erkenntnis, dass dieses Vergehen durch Regeln in der StVO unterbunden werden muss: „[Es] muss das Gebot ausreichenden Seitenabstandes ausdrücklich aufgestellt werden. … Diese Unsitte soll durch Aufnahme des neuen Satzes 2 entgegengewirkt werden.“ Damit war der „ausreichende“ Seitenabstand beim Überholen in §5 Absatz 4 Satz 2 der StVO angekommen.

Dutzende Urteile von Oberlandesgerichten bis zum Bundesgerichtshof haben in den letzten über vierzig Jahren immer wieder für den „ausreichenden“ seitlichen Mindestabstand Werte zwischen 1,5 – 2,0 m angesetzt und Unterschreitungen als Fehlverhalten verurteilt. Gerichte haben neben dem realen Gefahrenmoment auch die „psychische Wirkung“ des knappen Überholens gewürdigt und mehrfach Abstände gefordert, bei denen sich Radfahrende nicht bedroht fühlen.

Um mit ausreichendem Abstand zu überholen und Radfahrende nicht unnötig zu gefährden oder zu ängstigen, brauchte es also nicht erst eine weitere Reform, die konkret mindestens 1,5m benennt: Ein vollständiger Spurwechsel für den nötigen seitlichen Abstand war auch vorher schon geboten, aber vielleicht musste es endlich in dieser Klarheit in der StVO benannt werden, damit alltägliche Verstöße, sei es aus Fahrlässigkeit oder aus Aggression, effektiv verfolgt werden können und die ursprüngliche Idee der Vorschrift endlich Wirkung entfaltet.

Seit dem 28.4.2020 ist in der StVO der seitliche Überholabstand festgeschrieben:

„Beim Überholen mit Kraftfahrzeugen von zu Fuß Gehenden, Rad Fahrenden und Elektrokleinstfahrzeug Führenden beträgt der ausreichende Seitenabstand innerorts mindestens 1,5 m und außerorts mindestens 2 m.“

In engen Straßenzügen ist damit eine an den vorausfahrenden Radverkehr angepasste Geschwindigkeit geboten, bis sich eine regelkonforme Überholgelegenheit ergibt.

22.05.2020, Thema „Verkehrswende“ in der heute-Show

In üblichen ironischen Ton macht sich Oliver Welte über die Verkehrswende, die neue StVO und die aktuelle Verkehrspolitik lustig – mit Recht. Sehenswert!
https://www.youtube.com/watch?v=51x7qE1YMXg

14.05.2020, Neue StVO

Wir wünschen uns in vielen Punkten ein geändertes Verhalten der Autofahrer. Aber auch für die Radfahrer gibt es Verhaltensregeln – nicht zuletzt für die eigene Sicherheit und um nicht andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr zu bringen.
Mit Dank an den ADFC BaWü, er hat diese Zusammenstellung vorgelegt.

30.04.2020, Interview mit Verkehrsrechtler Prof. Dieter Müller zur neuen StVO

Das Interview wurde von der Verkehrswacht Lüneburg geführt. Wir danken Martin Schwanitz von der Verkehrswacht für seine Fragen und Herrn Prof. Müller für seine Ausführungen. Video 10:56 min

https://www.facebook.com/verkehrswacht.lueneburg/videos/261897811656601/

Interview der Verkehrswacht mit dem Rechtsexperten Prof. Dieter Müller
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